Witzenhausen zeigt Gesicht gegen Rassismus

Witzenhausen. Kolja Braun und Abdulkadir Yildiz setzen ein Zeichen: Sie koordinieren künftig ehrenamtlich die Hilfsangebote für Flüchtlinge – damit die Hilfe schnell und praktisch ankommt.

Die Hilfsbereitschaft in Witzenhausen ist groß: Viele Menschen wollen die Flüchtlinge, die am Frauenmarkt, in Unterrieden und Neu-Eichenberg leben, unterstützen. „Leider verpufft momentan viel von der Energie“, sagt Kolja Braun und Abdulkadir Yildiz ergänzt: „Es ist manchmal etwas chaotisch.“ Um die Angebote besser zu koordinieren, werden Braun und
Yildiz künftig Ansprechpartner für Helfer sein – ehrenamtlich.

 

Witzenhausen gegen RassismusKoordinatoren: Wer die Flüchtlinge in Witzenhausen unterstützen möchte, kann Kolja Braun und Abdulkadir Yildiz (Mitte, von links) ansprechen. Bürgermeisterin Angela Fischer und Katja Eggert vom Bündnis für Familien danken den Ehrenamtlichen – und den 300 Menschen, die kürzlich bei der Mahnwache Gesicht gegen Rassismus gezeigt haben und nun auf einem Banner zu sehen sind. (© Foto: Steensen, HNA)

Der Agraringenieur und ausgebildete Projektkoordinator Braun und der Politologe Yildiz wollen alle beteiligten Akteure zusammenbringen – dazu gehören neben den Flüchtlingen die Awo, der Arbeitskreis Asyl, die Diakonie, die örtlichen Vereine, die Stadt, die Tafel sowie Privatpersonen und Arbeitgeber. Zudem wollen sie den tatsächlichen Bedarf an Hilfe ermitteln – nicht alles wird derzeit gebraucht. So gibt es zwar sehr viele Spenden, aber das Team der Kleiderkammer kommt mit dem Sortieren kaum hinterher – auch weil es offenbar einige Menschen gibt, die ihren Keller entrümpeln und über die Spenden Dinge loswerden wollen, die für die Flüchtlinge ungeeignet sind. Zudem werden Helfer benötigt, die Kurse zu Sprache, Kultur und politischer Bildung anbieten können. „Die Sprache ist die Grundlage dafür, dass sich die Flüchtlinge in die deutsche Kultur und das Leben hier einfügen können“, sagt Braun.

Unterstützt werden Braun und Yildiz dabei vom Bündnis für Familien und der Stadt, die ihnen im Rathaus für ihre Arbeit als „Schaltstelle“ unter anderem ein Büro zur Verfügung stellt. Die Beteiligten hoffen, dass so Hemmschwellen abgebaut werden. Schließlich wollen viele Bürger helfen, aber ungern direkt in die Unterkünfte gehen, berichtet Braun.

Kontakt:

Die Koordinatoren der ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Witzenhausen kann man auf vielen Wegen erreichen:

  • Telefon: 0151/23 68 21 96 (Braun) und 0175/672 41 15 (Yildiz) – Beide arbeiten: Wenn niemand abnimmt, bitte Nachricht hinterlassen, Rückruf folgt.
  • Büro: im Rathaus, Raum E10, Sprechzeiten sind montags, 9 bis 12 Uhr, und donnerstags, 13 bis 16 Uhr.

Achtung! Hier können keine Spenden gelagert/abgegeben werden – man erfährt aber, wo das wann möglich ist.

Spenden – Das wird benötigt:

  • gut erhaltene Kleidung, vor allem für Männer
  • Spielzeug
  • Schuhe in gutem Zustand
  • Winterbekleidung (Jacken, Handschuhe, Mützen, Schals)
  • Kleinmöbel (Regale, Nachtschränke)
  • funktionierende Elektrogeräte (Wasserkocher, Mikrowellen, Fernseher, Kühlschränke, …)
  • Bettwäsche und -laken
  • warme Decken und Kissen
  • unbenutzte Hygieneartikel

Das bitte nicht spenden:

  • Kleidung in XL oder größer
  • Sperrmüll
  • kaputte, abgetragene oder dreckige Dinge

Faustregel: Man sollte nur Dinge spenden, die man auch selbst noch nutzen würde. (fst)

(Quelle: HNA, Chefredakteurin Friederike Steensen)